Das Caffeehaus

Das Caffeehaus

Verführung aus dem Morgenland

Der Würzburger Bischof will eine Residenz, prächtiger als Versailles. Zum Baumeister bestimmt er den unbekannten Balthasar Neumann. Die neidischen Konkurrenten sinnen auf Rache. Da erhält Neumann Unterstützung von einer Fremden. Das Schicksal hat die junge Sabiha aus dem Harem eines Wesirs in die Länder der Ungläubigen verschlagen. Sie träumt von einem Caffeehaus in der fränkischen Stadt, prunkvoll und eines Sultans würdig. Gegen alle Widerstände machen sich die beiden Außenseiter daran, ihre kühnen Pläne zu verwirklichen.

Rezensionen

„Schön zu lesen. Man taucht leicht ein und die Story ist gut recherchiert und stimmig.“ 8 von 10 Sternen. bookcrossing.com

„Überraschend guter Historienroman mit viel Information über die Zeit um die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, was das Buch allemal lesenswert macht.“ lesewelt.de

Das Caffeehaus ist toll recherchiert und bietet eine facettenreiche Geschichte. Es ist nicht nur ein typischer historischer Roman, sondern kann darüber hinaus mit interessanten und vielseitigen Themen aufwarten!“ schreib-lust.de

Textauszug

An Leib und Seele geschunden waren die Truppen des Fürstbischofs – die Würzburger Wölfe – aus ihrem Winterlager in Ungarn nach Würzburg zurückgekehrt. Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn hatte sie daraufhin in einen längeren Urlaub zu ihren Familien geschickt.
Gern wäre auch Veit Sturm, mittlerweile durch herausragende Verdienste vom Hilfskanonier zum Ersten Kanonier befördert, in die Arme seiner Angehörigen gefallen, doch da war niemand, der ihn hätte erwarten können. Er war der einzige Überlebende aus einer Familie von neun Kindern. Seine Geschwister waren durch Hunger oder Krankheiten gestorben, sein Vater war von einem Vagabunden erschlagen und die Mutter unter grausamen Qualen der Gnade des Allmächtigen übereignet worden.
Veit stützte das Kinn auf die verschränkten Hände. Er lag der Länge nach auf der Mauer des Rosengartens, hoch oben auf der Festung Marienberg. Noch vor Kurzem hätte er dies nicht wagen dürfen, im eigentlichen Sinne auch heute nicht, aber die Offiziere waren in der Stadt, um dem neuen Fürstbischof zu huldigen und ihn zu seinem neuen Amtssitz im Rosenbachhof zu geleiten.
Die untergehende Sonne tauchte das Maintal in satte und warme Farben, erste Schatten brachen sich an den Mauern der Stadtbefestigung. In den Straßen promenierten die Bürger, fanden sich auf einen Schwatz zusammen, tranken einen Schoppen und genossen die wärmende Sonne am Flussufer.
Veit liebte diese friedvolle Stimmung, wenn der geschäftige Tag sich neigte und in den Abend überging. Sehr lange hatte er darauf verzichten müssen. Zwei Jahre seines Lebens hatte er gefroren, geschwitzt, gehungert und Durst gelitten, stets in der Angst vor dem, was der nächste Tag bringen würde.
Zwischen Traum und Wirklichkeit schwankend, spürte Veit einen Stoß an den Füßen.
„He, aufgewacht!“, befahl ein sichtlich vergnügter Balthasar Neumann. Veit erschrak und nahm Haltung an, fürchtend, dass er für seine Leichtfertigkeit bestraft würde.
Doch Neumann hatte anderes im Sinn. „Wieder den Kopf voller Träumereien?“
Veit nickte stumm.
„Das Weibsbild lässt dich nicht mehr los, wie mir scheint.“
Er musste es ehrlich gestehen. Dem Neumann konnte man trauen.
„Dann lass uns dein Gemüt aufhellen“, schlug sein Stückjunker vor. „Komm mit in die Stadt, auf einen Schoppen oder zwei. Der Abend ist zu schön, um ihn mit Trübsal zu vergeuden.“

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