Die Seilschaft – Kommissar Kilians siebter Fall

Die Seilschaft Kommissar Kilians siebter Fall

Die Seilschaft – Kommissar Kilians siebter Fall.                                    Bild ©Chris Greene

«Im Club der Ehemaligen»

Die Partei, die das Land seit Jahrzehnten regiert, hat eine schockierende Wahlniederlage erlitten. Auf dem Parteitag in Würzburg will man die Weichen neu stellen. Da verschwindet eine Praktikantin. Tage später wird ihre skelettierte Leiche in einer Hütte im Wald gefunden. Sofort werden Gerüchte laut, tauchen belastende Fotos auf: Die junge Frau hatte offenbar ein Verhältnis mit dem Generalsekretär. Doch je tiefer Kommissar Kilian in die Schattenwelt der Politik eindringt, desto deutlicher wird ihm: Das war kein Mord aus Leidenschaft.

Rezensionen

„’Die Seilschaft‘ ist Kommissar Kilians siebter Fall – er gehört zu den besten der Krimireihe. Die Politik wird hier dargestellt, wie sie leider allzu oft ist – als schmieriges Sumpfbecken von Selbstdarstellern. Der Sumpf wird genährt durch Lügen, Vertuschung, Machtgehabe und katastrophalen Entscheidungen.“ Alex Dengler, denglers-buchkritik.de

„Eine spannende Geschichte, die den Leser manches Mal schaudern lässt. Wie wir es von Roman Rausch gewohnt sind, lassen sich die Schauplätze in und um Würzburg wieder im Geiste mit verfolgen und vor dem geistigen Auge spielt sich beim Lesen ein richtiger Film ab. Genau die richtige Lektüre für faule Stunden auf dem Sofa!“ primaSonntag

Textauszug

«Gelobt sei Jesus Christus», sprach der Priester und schlug das Kreuzzeichen.

«Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen», antwortete die Frau. Sie bekreuzigte sich ebenfalls.

Es war dunkel und stickig in diesem engen Beichtstuhl aus dem vierzehnten Jahrhundert. Könige und Bettler hatten hier ihre Sünden einem barmherzigen Gott gebeichtet, lange bevor die Partei von ihrem gottesfürchtigen Weg abkam und die Hoffnungen ihrer Wähler dem Eigennutz opferte. Der Knieschemel war hart und ungepolstert. Der bußfertige Sünder sollte spüren, dass Schmerz einer Lossprechung vorausging.

Die Frau ließ ihr Gesicht nicht erkennen. Wie es die Frauen – oder um im Sprachgebrauch des Volkes und des Glaubens zu bleiben –, wie es die Weiber seit jeher taten, hatte sie ihr Haupt mit einem Tuch bedeckt. Es schützte sie vor den neugierigen Blicken der Kirchgänger wie auch des Beichtvaters, sofern er doch einmal in das Gesicht einer Mörderin, Betrügerin oder Ehebrecherin sehen wollte. Auf den sonst üblichen Bibelvers oder das einleitende Gebet verzichtete er an diesem Tag. Er musste sich ranhalten, es ging auf die Mittagszeit zu, und er hatte seit dem Frühstück nichts mehr zu sich genommen.

«Gott, der unser Herz erleuchtet, schenke dir wahre Erkenntnis deiner Sünden und seiner Barmherzigkeit.» Er räusperte sich. «Was führt dich zu mir?»

Die Frau wusste um den vorgeschriebenen Ablauf. Sie hielt ihr Haupt gesenkt und ihre Hände gefaltet – äußere Zeichen der wahrhaften Bereitschaft zur Besserung.

«Ich möchte in Demut und Reue meine Sünden bekennen.»

Der Priester nickte zustimmend. Er rückte näher an das kleine Gitter heran, das den Beichtenden vom Beichtvater trennte.

«Welche Sünden hast du begangen?»

 

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